Ahmed wegen “Terrorismus” zu 7 Jahren Haft verurteilt

Heute ging das bereits zweite Verfahren in erster Instanz gegen Ahmed H. in Szeged (Ungarn) überraschend zu Ende. Ahmed wurde wegen “illegalen Grenzübertritts” und “Terrorismus” zu 7 Jahren Haft verurteilt. Wir fordern Freiheit für Ahmed! Zeigt eure Solidarität!

Nachdem Ahmed am Morgen erneut gefesselt ins Gericht gebracht wurde, kündigte der Richter überraschend an, dass heute das Urteil fallen werde. Nach kurzem Rückblick auf Dokumente des letzten Verfahrens, starteten die Plädoyers.

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Der Staatsanwalt führte in seinem Plädoyer u.a. als Argumente und Beweise ins Feld, dass Ahmed Moscheen besuchen würde, Aggressivität “Teil seiner Kultur” seien und dass er terroristische Inhalte auf seinem Handy gehabt hätte. Er behauptete, dass Ahmed trotz Wissem über die Grenzschließung mit seinem Verhalten die ungarischen Polizist*innen zur Gewalt gezwungen hätte, was für ihn gleichbedeutend mit Terrorismus ist. Und er beschuldigte “internationale Organisationen” das Gericht zu beeinflussen. Er forderte für Ahmed 17,5 Jahre Haft wegen “illegalem Grenzübertritt als Teil eines Massenaufstandes” und “terroristischem Handeln”.

Im Anschluss folgte das Plädoyer von Ahmeds Verteidiger: Er wies darauf hin, dass Ahmed ein friedlicher Mensch ist und dass er für Familie und Kinder fernab von Chaos und Krieg einen sicheren Ort finden wollte, was der Grund gewesen war, dass er trotz Pass nicht legal nach Ungarn eingereist ist. Ahmed habe 5-6 Mal etwas geworfen, dabei sein völlig unklar ob er jemanden verletzen wollte oder verletzt hat, und er sei nach stundenlangem Warten und Übergriffen durch die Polizei wütend und nicht Herr seiner Sinne gewesen. Er habe das Megaphon benutzt, aber nicht um die Leute aufzustacheln, sondern um sie zu beruhigen. Er sei ein Mediator gewesen, der Polizei-Übersetzer habe kein verständliches Arabisch gesprochen. Und es gebe viele Widersprüche in den Aussagen der Polizist*innen.

Zuletzt führte der Verteidiger aus, dass an keiner Stelle Ahmed versucht habe die Polizei zu zwingen die Grenze zu öffnen, somit sei der Terrorismus-Vorwurf nicht haltbar. Auch hat Ahmed Papiere, damit könne er auch nich wegen “illegalem Grenzübertritt” verurteilt werden. Das einzige mögliche Verbrechen könne “Angriff auf ein Mitglied des Staates” sein.

Ahmed sprach in seinem Plädoyer davon, dass seine Familie aus dem syrischen Bürgerkrieg retten und mit ihnen nach Deutschland reisen alles sei, was er gewollt hatte. Alle legalen Möglichkeiten seien abgelehnt worden. Sie seien auf der Reise vielfach dem Tod begegnet. Sie wollten friedlich weiterreisen, weder seine Religion noch seine Kultur seien gewalttätig. Er sei religiös aber nicht fanatisch. Vor Ort habe er nicht gewusst was die Situation sei und gedacht die Schließung sei nur vorrübergehend. Auch wusste er nicht, dass ein Grenzübertritt strafbar sei. Er sei schuldig Steine geworfen zu haben, aber nicht der anderen Dinge. Er habe niemanden verletzen wollen, es tue ihm leid. Er sei respektvoll gewesen gegenüber den Behörden, er liebe Ungarn.

Nach einer Pause sprach der Richter Ahmed des “illegalen Grenzübertritts” und des “Terrorismus” für schuldig und verurteilte ihn zu 7 Jahren Haft (minus Untersuchungshaft) plus 10 Jahre Auschluss aus Ungarn. Ahmed habe trotz besserem Wissens versucht die Grenze zu überqueren, er habe Steine geworfen um Polizist*inen zu verletzen, er habe zwar kein Ultimatum gestellt, aber die Forderung die Grenze zu öffnen sei genug gewesen.

Im Anschluss kündigten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Ahmeds Verteidiger an gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Wir verurteilen diesen rassistischen Schauprozess und fordern Freiheit für Ahmed!

Migration ist kein Verbrechen!

Bericht in der taz /// Cant evict Solidarity /// Free the Röszke 11

Spendenaufruf – Unterstützt die medizinischen Einrichtungen in und um Afrin

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Afrin (kurd. Efrîn) liegt in der Provinz Aleppo im Bezirk Afrin, circa 65 Kilometer nordwestlich von Aleppo. Im Verlauf des Bürgerkriegs gab die syrische Regierung die Kontrolle über die Regionen an der Nordgrenze auf. Lokale kurdische Kräfte übernahmen vielerorts die Kontrolle. 2013 beschloss die „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) gemeinsam mit weiteren Kleinparteien im Norden Syriens eine Übergangsverwaltung aufzustellen. 2016 wurde in der Folge die Demokratische Föderation Nordsyriens (Rojava) ausgerufen.

Da der Bezirk bis 2017 von kriegerischen Auseinandersetzung grösstenteils verschont blieb, sowie aufgrund der Nähe zu der Metropole Aleppo, haben sich zahlreiche Binnenflüchtlinge in und um Afrin niedergelassen. Im Frühling 2017 waren in Afrin 300’000 Flüchtlinge registriert, dies bei einer Gesamtbevölkerung von nicht einmal einer halben Million. Im Norden hat die Türkei die Grenze seit längerer Zeit geschlossen, von Süden her kam es immer wieder zu Angriffen durch islamistische Gruppierungen wie der Al-Nusra-Front (Fatah asch-Scham). Die Region war bereits 2013 nur noch sehr schwer zugänglich.

Aktuelle Situation in Afrin

Mitte Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Allein am ersten Tag waren 72 türkische Kampfjets an den Angriffen beteiligt. Zu den Bodentruppen der türkischen Armee gehören nicht nur die mit ihr verbündeten islamistischen syrischen Milizen (u.a. ehemalige Al-Qaida und IS Kämpfer), sondern auch türkische Soldaten, beispielsweise in deutschen Panzern sitzend. Der Angriff richte sich gemäss türkischer Regierung gegen die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG bzw. YPJ), unter deren Schutz die mehrheitlich von Kurden bewohnte Region bislang vom Krieg verschont blieb. Die YPG, die das Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) anführte, war die bisher vom Westen unterstützte und führende Kraft im Kampf gegen den IS.

Der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, erklärte, der Einsatz ginge weiter «bis die Region von der separatistischen Terrororganisation vollständig gesäubert wird.» Ziel sei zudem, dass die rund 3,5 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei in ihr Heimatland zurückkehren könnten.

Ohne Erlaubnis der Großmächte wäre ein solcher Angriff nicht möglich. Am ersten Tag der Angriffe hatten sich russische Militärbeobachter aus der Region zurückgezogen, um »Leben und Gesundheit der russischen Soldaten keinem Risiko auszusetzen«, wie das russische Verteidigungsministerium verlauten ließ. Moskau wolle Afrin so zur Unterordnung unter das Regime in Damaskus zwingen, heißt es dagegen aus YPG-Kreisen. Aus dem Nato-Kommando kam bislang kein unmissverständliches Stopp-Signal, kein Einspruch, nicht einmal Kritik, nur Schweigen. Man nimmt unglaublich große Rücksicht auf das Nato-Mitgliedsland Türkei.

Projekte in Afrin

Die Angriffe in den ersten Tagen haben zahlreiche zivile Ziele getroffen. So wurde u.a. die Staumauer bei Meydankê und Krankenwagen des Kurdischen Roten Halbmonds bei Cindirêsê angegriffen. Sowohl in Meydankê als auch in Cindirêsê sind seit 2016/ 2017 von SyriAid finanzierte Gesundheitszentren in Betrieb. Auch das Flüchtlingslager Robar, 10 Kilometer südöstlich von Afrin wurde getroffen, wohin 2017 zwei LKW’s mit Hilfsgüter von unseren Sammelaktionen / Sachspenden geliefert wurden.

Der im Januar 2018 durchgeführt Transport der „mobilen Krankenstation für Afrin“ (Gammler) und dessen Inbetriebnahme musste wenige Tage vor den Angriffen kurz vor der syrischen Grenze gestoppt werden.

Da es zahlreiche zivile Opfer zu beklagen gibt, ist das bereits vor den Angriffen am Limit funktionierende Gesundheitssystem massiv überlastet. Das einzige Spital in Afrin, welches wir seit 2013 unterstützen, kann nur noch die allerschlimmsten Verletzten behandeln. Medikamente kommen wegen den geschlossen Grenzen zur Türkei nur schwer und über teuer Umwege nach Afrin. Der einzige nicht von türkischen Verbündeten kontrollierte Zugang zur Region führt über Aleppo. Dieser wird zurzeit aber von Assad- Verbündeten überwacht und mehrheitlich blockiert. Somit gibt es für die Bevölkerung von Afrin und hunderttausende Binnenflüchtlinge keine Möglichkeit den Angriffen zu entkommen. Leider muss davon ausgegangen werden, dass die Angriffe auf Afrin über längere Zeit anhalten und weitere Opfer zu befürchten sind.


Unterstützt die medizinischen Einrichtungen in und um Afrin – Spenden mit dem Vermerk „Afrin“ an:

Open Eyes Balkanroute
PC: 61-499563-0
IBAN: CH02 0900 0000 6149 9563 0

Transport – Mobile Krankenstation für Afrin (SYR)

photo_2018-01-28_11-55-41Der im Januar 2018 durchgeführt Transport der „mobilen Krankenstation für Afrin“ und dessen Inbetriebnahme musste wenige Tage vor den türkischen Angriffen auf Afrin kurz vor der syrischen Grenze gestoppt werden. Mitte Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Allein am ersten Tag waren 72 türkische Kampfjets an den Angriffen beteiligt.

Da ein erneuter Transfer nach Afrin zur Zeit nicht realistisch ist, werden die bisher gesammelten Spenden für die medizinische Nothilfe in und um Afrin eingesetzt.

Free the Röszke 11

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Die anfängliche sogenannte »Willkommenskultur« ist längst einem rassistisch aufgeladenen öffentlichen Diskurs gewichen. In diesem Zusammenhang ist die strafrechtliche Kriminalisierung Geflüchteter nichts anders als ein weiteres Element der Abschottungspolitik Europas. Ein Beispiel hierfür ist der Fall von Ahmed H., der als einer der »Röszke 11« in Ungarn wegen Verstoss gegen das Terrorgesetz vor Gericht steht.

Open Eyes unterstützt die Solidaritätskampagne »Free the Röszke 11«

Die Kampagne »Free the Röszke 11« braucht Geld! Spenden an:
Open Eyes Balkanroute
PC 61-499563-0 / Vermerk: Röszke 11


Flucht ist keine Verbrechen ! Grenzübertritt ist kein Terrorismus !

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Als Reaktion auf die steigende Zahl Geflüchteter, die 2015 über die sogenannte »Balkanroute« nach Nord- und Westeuropa gelangten, ergriff die ungarische Regierung unter dem rechtsautoritären Orbán Massnahmen, um die sogenannt »irreguläre Migration« nach Ungarn und in die EU zu verhindern. Am 15.09.2015 wurde der Zaun an der Grenze zu Serbien fertiggestellt – am gleichen Tag traten Änderungen des Asyl- sowie des Strafgesetzes in Kraft. Seither dürfen Asylgesuche nur noch in sogenannten »Transitzonen« gestellt werden, womit der serbisch-ungarische Grenzübergang Röszke, wo in den Tagen zuvor noch mehrere tausend Personen pro Tag in die EU einreisen konnten, von heute auf morgen geschlossen wurde. In der Folge sassen tausende Menschen dort fest.

Seit der erwähnten Revision des Strafgesetzes wird die »illegale Einreise«, d.h. der Grenzübertritt ausserhalb einer Transitzone, mit max. 3 Jahren Freiheitsstrafe bedroht; erfolgt der »illegale Grenzübertritt« im Rahmen von Massenausschreitungen drohen der beschuldigten Person gar bis zu 5 Jahre Haft.

Bereits am 15.09.2015 hatten in Röszke Proteste gegen das neu eingeführte Grenzregime begonnen, welche am Folgetag fortgesetzt wurden – es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, zu brutalem Einsatz von Reizstoffen, Wasserwerfern und Schlagstöcken.

Insgesamt wurden 11 Personen verhaftet (die sogenannten »Röszke 11«); darunter Ahmed H. – ein Mann syrischer Herkunft mit zypriotischem Aufenthaltstitel, der sich nur an der Grenze aufgehalten hatte, um seine Familie auf ihrer Flucht von Aleppo nach Deutschland zu unterstützen. 10 der »Röszke 11« wird der illegale Grenzübertritt im Rahmen von Massenausschreitungen vorgeworfen. Einzig Ahmed H. wurde zusätzlich unter dem Anti-Terrorgesetz angeklagt, weil er ein Megafon gehalten und der Polizei mit zwei zum »V« ausgestreckten Fingern ein Ultimatum gesetzt sowie am Grenzzaun Gegenstände gegen die Polizei geworfen haben soll.

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Der politische Aspekt hinter dem Verfahren wird schnell klar: Ahmed H. dient im, auch in Nord- und Westeuropa, rassistisch aufgeladenen Diskurs als Beleg für die angebliche Bedrohung für die Mehrheitsgesellschaft, die von Geflüchteten und Migrant_innen ausgehe. Deshalb ist es leider auch nicht erstaunlich, dass Ahmed H. am 30.11.2016 erstinstanzlich in einem Verfahren, welches sogar das EU Parlament als unfair bezeichnet hatte, ohne ernstzunehmende Abklärung der Fakten zu einer Freiheitsstrafe von 10 Jahren verurteilt worden ist.

Am 15.06.2017 fand in Szeged die zweitinstanzliche Verhandlung statt. In der mündlichen Urteilsbegründung führt der vorsitzende Richter aus, das Gericht könnte gestützt auf die inkonsistenten Akten der Anklagebehörde sowie der Vorinstanz kein Urteil fällen; zu viele Fragen seien ungeklärt. Zudem stimmt das Gericht der Verteidigung zu und stellt fest, dass vorhandene Beweismittel nicht berücksichtigt worden sind. Insgesamt wurde das Verfahren an die erste Instanz zur Neubeurteilung zurückgewiesen.

Leider liess es das Berufungsgericht aber bei einem allgemeinen Appell bewenden, statt der ersten Instanz verbindliche Auflagen zur ergänzenden Beweiserhebung zu machen. Ebenso entschied das Berufungsgericht, Ahmed H. in Untersuchungshaft zu belassen.

Damit befindet er sich nun seit knapp 2 Jahren in Haft und unterliegt nach wie vor strengen Kontakteinschränkungen. Mit der Rückweisung an die erste Instanz entsteht zwar der Raum, dass das Verfahren gegen Ahmed H. künftig »fair« im Sinne der menschenrechtlichen Verfahrensgarantien geführt werden könnte – immerhin. Gleichzeitig besteht aber die Gefahr, dem Verfahren lediglich einen rechtsstaatlichen Anstrich zu verleihen, um den Beschuldigen letzten Endes doch wegen angeblich terroristischer Handlungen zu einer mehrjährigen Haftstrafe zu verurteilen. In welche Richtung sich das Verfahren weiterbewegen wird, kann aktuell nicht vorausgesagt werden – die ungarische Justiz hat in diesem Verfahren ihre Unabhängigkeit aber noch unter Beweis zu stellen.

Auszug aus dem Prozessbeobachtungsbericht der Demokratischen Jurist_innen Schweiz

Freiheit für Ahmed H. !

aktuelle Sammelaktion

Für den Gammler (Mobile Krankenstation für Afrin, SYR) sowie die Flüchtlingslager Robar und Schahba suchen wir fortlaufend:

  • Blutdruckmessgeräte
  • Blutzuckermessgerät inkl. Zubehör
  • Brillen aller Art (vor allem Kinder)
  • Hörgeräte
  • Patientrage
  • Verbandsmaterial (neu)
  • Reanimationsgeräte / Defibrillator
  • Fiebermesser

Weitere Infos zu den Sachspenden finden Sie hier. Ebenso sind wir weiterhin auf Geldspenden angewiesen.

Klassik im Dachstock ::: 02.04.2017

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MORITZ ACHERMANN (Dirigent), SARAH WIDMER (Mezzosopran), Orchester „CAMPO FIORENTE“ und dem Chor „SUPPLÉMENTS MUSICAUX


Soliabend für den Gammler (So. 02.04.2017 19h)

Eine mobile Krankenstation für Afrin (Rojava)


Die Elbphilharmonie kann einpacken! Rund sechzig KünstlerInnen werden den Dachstock in ein Opernhaus verwandeln. Das 26-köpfige ORCHESTER „CAMPO FIORENTE“ und der 30-köpfige CHOR „SUPPLÉMENTS MUSICAUX“, beide dirigiert von MORITZ ACHERMANN, stehen gemeinsam mit der Solistin SARAH WIDMER (Mezzosopran) auf der Dachstock-Bühne. Was das Berner Stadttheater nur mit Millionenzuschüssen schafft, gibt es in unserem geliebten Polit- und Kulturzentrum auch für weniger gut bis schlecht Betuchte: Hochkultur, unter anderem von MAHLER, BRAHMS, SCHUBERT zum Soli-Preis. Es werden sowohl Stücke für Orchester mit Sologesang und A-cappella-Werke für Chor, sowie auch rein orchestrale Werke zum Besten gegeben.

Mobile Krankenstation für Afrin (SYR)

Der 3.5T Bus „Gammler“ war im letzten Jahr an verschieden Orten entlang der Balkanroute im Einsatz. Erst betrieb OpenEyes darin eine mobile Küche entlang der Balkanroute / Samos, später würde er als einfache mobilen Arztpraxis an verschiedenen Orten in Griechenland eingesetzt.

Inland - Gammler

Ziel ist es nun, den Gammler fit für seinen nächsten Einsatz zu machen. In der Region Afrin (Rojava, Nordwest Syrien) wird er hoffentlich bald als mobile Krankenstation die von SyriAid finanzierten Projekte im Gesundheitsbereich perfekt ergänzen. Dafür muss der Bus aber erst einem gründlichen Service unterzogen werden, sowie mit allem nötigen Ausgerüstet werden. Ebenso ist es das Ziel von OpenEyes und SyriAid, den Betrieb vor Ort längerfristig zu finanzieren.


Region Afrin

Afrin (kurd. Efrîn) liegt in der Provinz Aleppo im Bezirk Afrin, circa 65 Kilometer nordwestlich von Aleppo. Die Lage in der Region, welche vorwiegend von Kurden bewohnt wird, ist äußerst angespannt. Soweit es die Situation zulässt, besuchen wir die jeweiligen Projekte auch persönlich.

0a5fd3_caa9347b0ac042a2b000fccd31968ae2~mv2_d_1944_1716_s_2Da der Bezirk bisher von kriegerischen Auseinandersetzung grösstenteils verschont blieb, sowie aufgrund der Nähe zu der Metropole Aleppo, haben sich zahlreiche Binnenflüchtlinge in und um Afrin niedergelassen. Schätzungen gehen aktuell von mehreren hunderttausend Flüchtlingen aus, dies bei einer Gesamtbevölkerung von nicht einmal einer halben Million. Seit den vermehrten Angriffen auf Aleppo und den geschlossenen Grenzen zur Türkei, hat sich die Situation nochmals merklich verschärft.

Ohne Titel 2Die Versorgung der Bevölkerung mit zivilen Gütern ist aber äußerst problematisch. Im Norden hat die Türkei die Grenze komplett geschlossen, von Süden her kommt es immer wieder zu Angriffen durch islamistische Gruppierungen wie der Al-Nusra-Front (Fatah asch-Scham). Die Region ist deshalb nur noch sehr schwer zugänglich.

 


bestehende Projekte im Gesundheitsbereich

Spital Afrin

Das Spital in Afrin ist das Einzige in der Region, welches den Betrieb mehr oder weniger Aufrecht erhalten konnte. Die Ärzte sind aufgrund dessen aber mit verschiedenen  Problemen konfrontiert (wesentlich höhere Anzahl an PatientInnen, Beschaffung Medikamente, usw.). SyriAid unterstützt das einzige noch existierende Spital im Bezirk Afrin seit mehreren Jahren teils mit Hilfsgüter, teils finanziell. Mit den Verantwortlichen stehen wir regelmäßig in Kontakt.

International - Syrien Krieg

Gesundheitszentren Afrin

Nach Ausbruch des Krieges mussten sämtliche 16 regionale, ehemals staatliche Gesundheitszentren, aufgrund fehlender finanzieller Mittel geschlossen werden. Des weiteren haben in Folge der Kriegswirren zahlreiche Ärzte das Land verlassen. Initiiert von den Ärzten des Spitals in Afrin und in Zusammenarbeit mit der kurdischen Verwaltung wird versucht, einige dieser Gesundheitszentren in den Dörfer rund um die Stadt, wieder in Betrieb zu nehmen. Somit kann einerseits das Spital entlastet werden, anderseits müssen die Patienten für kleinere Behandlungen nicht mehr den weiten, oft gefährlichen Weg nach Afrin gehen.


Einsatz der mobilen Krankenstation in Afrin (SYR)

Damit der Bus vor Ort sinnvoll eingesetzt werden kann, ist voraussichtlich mit Kosten von rund 15’000.- zu rechen:

  • Reparaturen, Prüfung, Entschädigung Übernahme Bus
  • Einbau Klimaanlage und Heizung
  • Vorzelt- /Bau, Warteraum
  • Transfer CH – TUR, TUR – SYR (Afrin)
  • Vorhang / Sichtschutz, Treppe

Zusätzlich benötigte Ausrüstung (möglichst gratis CH):

  • Kühlschrank (Transport Medikamente)
  • 2 Patiententrage
  • Grundausstattung für kleiner Behandlungen / Operationen
  • ärztliche Untersuchungsgeräte

wie wird der Bus eingesetzt

Die Gesundheitsdirektion in Afrin (Dr. Khalil Sino), hat ergänzend zu den bestehenden Angeboten, primär den Einsatz an den Schulen im Kanton Afrin vorgeschlagen:

  • medizinische Beratung, Schulung und Informationsmaterial an den Schulen verteilen
  • Routine Untersuchungen
  • Impfungen
  • Einrichten einer kleinen Apotheke an den Schulen (Erste Hilfe)

Aktuell sind in der Region rund 300 Schulen in Betrieb. Mehrere Schulen an der Grenze zur Türkei, müssen zur Zeit wegen vermehrte Angriffen durch das türkische Militär, aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben.

Kosten zum Abwechselnden Besuch aller Schulen: CHF 4000.- / monatlich

  • Einsatz und Unterhalt des Fahrzeug
  • sämtliche einfacheren Medikamente / Impfungen
  • Löhne Personal (jeweils anwesend: Zahnarzt*in, Kinderarzt*in, Krankenpfleger*in, Kinder Psychologi*in)

Informationen und Kontakt

Mail / Fragen

Möchten Sie gezielt für dieses Projekt Spenden – bitte bei der Einzahlung „Gammler“ vermerken.

PC: 61-499563-0 /// IBAN: CH02 0900 0000 6149 9563 0

Das ganze Projekt als PDF

»Flucht – kein Ankommen?«

Ausstellung und Veranstaltungszyklus

11. November 2016 – 26. November 2016 . Grosse Halle, Reitschule Bern

Do/Fr 16.00 bis 20.00 Uhr und Sa 14.00 bis 18.00 Uhr (bei Veranstaltungen länger)

Derzeit befinden sich weltweit knapp 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Obwohl nur ein Bruchteil dieser Menschen es bis nach Europa schafft, wird die »Festung Europa« hochgezogen. Doch nicht nur neue Flüchtende sollen abgewehrt werden, auch denen, die schon hier sind, bläst ein scharfer Wind entgegen, sie werden als »Störfaktor« und »Bedrohung« dargestellt. Das Ankommen wird ihnen schwergemacht.

Die Ausstellung widmet sich verschiedenen Aspekten rund um das Thema Flucht und Asyl. Die Organisator_innen haben den Künstler_innen und Aktivist_innen den Ausstellungsraum als Plattform für die individuelle und politische Ver- und Bearbeitung des Themas zur Verfügung gestellt. Die Todesliste von United Against Racism steigt hoch empor bis unter das Dach der Grossen Halle. Unterstützt von der KreativAsyl-Werkstatt im PROGR zeigen Geflüchtete ihre Werke; Open Eyes Balkanroute hat Künstler eingeladen, die Bilder von Flüchtlings- Camps zeigen. Daneben stellen auch die Künstlerin Petra Gerschner sowie der Berner Fotograf Manu Friederich ihre Arbeiten aus. Weiter zeigt das Schweizerische Rote Kreuz die Ausstellung »Mein Leben in Flashbacks«. Inhaltlich ergänzt wird die Ausstellung mit Veranstaltungen.

Freitag 11. November 2016:

18.00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung

19.00 Uhr: Vortrag, Videocollage und Diskussion »Vom Mauerfall zum Mauerbau«, von Petra Gerschner und Michael Backmund.

Donnerstag 17. November 2016:

18.30 Uhr: Vortrag und Diskussion «Landesverweisung für straffällige Ausländer_innen – Spielräume und Handlungsfelder in der Beratungs- und Anwaltspraxis», Eine Veranstaltung der djb und frabina.

Freitag 18. November 2016:

20.00 Uhr: Filmvorführung «The White Helmets» (E, 40 Min., über die zivilen Rettungskräfte in Aleppo), inkl. kurzer Einführung. Eine Veranstaltung des Vereins Antirassistische Perspektive.

Sonntag 20. November 2016:

16.00 Uhr: Vortrag «Der EU-Türkei-Deal und die politische Lage in der Türkei» von Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Journalist.

Freitag 25. November 2016:

19.30 Uhr: «Die Schattenseite der roten Tomate», Papa Latyr Faye (Sprecher des italienisch-senegalesischen Vereins «Ghetto out – Casa Sankara») sowie Spitou Mendy und Carmen Cruz (Andalusische Landarbeiter_innen-Gewerkschaft SOC-SAT) sprechen über die Situation und Perspektiven illegalisierter Erntearbeiter_innen in Südeuropa. Eine Veranstaltung des Solifonds.

Samstag 26. November 2016:

18.00 Uhr: 20 Jahre augenauf Bern – Human Library, Grosse Halle, Reitschule Bern (Ausstellung offen ab 14.00 Uhr).

www.grossehalle.ch / Flyer / Facebook

Sachspenden, sortieren und Transporte

OpenEyes sammelt zusammen mit SyriAid und anderen Gruppen unter anderem Sachspenden wie Kleider, Decken, Schlafsäcke, Zelte usw. sowie medizinische Hilfsgüter für Menschen auf der Flucht. Die Hilfsgüter werden je nach Situation mit Lastwagen, Container oder privaten Fahrzeugen in die betroffenen Gebiete transportiert.

Was wird gebraucht

Die Bedürfnisse sind je nach Region und Jahreszeit sehr unterschiedlich. Einerseits gibt es Sachspenden welche wir fortlaufend sammeln, anderseits machen wir spezielle Sammelaktionen (z.B. Küchenmaterial usw.) um auf bestimmte Situationen regieren zu können. Die aktuelle Liste ist jeweils auf unserer Website zu finden.

Wo abgeben

Jeden Samstag von 13:00 – 15:00 in unserem Sortierraum am Spinnereiweg 9, 3004 Bern (ab 17.09.2016) oder bei einer der Annahmestellen.

Wie kann ich mithelfen

Die eingehenden Kleiderspenden müssen fortlaufend sortiert und verpackt werden. Dafür brauchen wir zahlreiche HelferInnen. In der Regel sind wir jeden Samstag ab 13:00 am sortieren und verpacken. Die genauen Daten sind jeweils auf Facebook zu finden. Auch suchen wir Leute, welche hin und wieder eine Sortierschicht (Raum öffnen, erklären wie sortiert wird usw.) übernehmen können.


Wie geht das ganze

Nach dem die Sachspenden sortiert und verpackt sind, bringen wir die Kisten in ein Zwischenlager bei Deisswil, wo auch Hilfsgüter von anderen Sortierstellen gelagert werden. Dieses Zwischenlager wird von verschieden Gruppen (OpenEyes, SyriAid, Refy) gemeinsam betrieben und finanziert und ist u.a. nötig…

  • weil wir z.B. im Frühling Winterjacken erhalten, diese aber im Sommer nicht brauchen können…
  • wir so genügend Sachspenden an Lager haben um kurzfristig auf Bedürfnisse reagieren zu können…
  • nicht überall die gleichen Güter benötigt werden…

Leider konnten wir trotz längerer Suche in der Region Bern keinen geeigneten Raum für das Lager finden, welcher uns z.B. in Form einer Zwischennutzung zur Verfügung gestellt wird. Auch um das bereitstellen von Hilfsgüter längerfristig zu sichern, sind wir auf finanzielle Spenden angewiesen (Miete Zwischenlager, Transporte usw.)

Wohin gehen die Transporte

Die Transporte ab dem Zwischenlager werden von den jeweiligen Gruppen durchgeführt. Mittels LKW, Container oder privaten Fahrzeugen gehen die Sachspenden nach Griechenland, Syrien, Türkei, Frankreich, Libanon usw. … wo auch immer Sachen gebraucht werden und Transporte möglich sind.

Fragen?