FlüchtlingshelferInnen in ganz Europa fordern sichere Fluchtrouten

Bern. Auf einem schwimmenden Transparent auf der Aare ist die Aufschrift #safepassagenow! (sichere Fluchtwege jetzt!) zu lesen. Open Eyes Balkanroute unterstützt diese Forderung, sichere Einreisemöglichkeiten für Geflüchtete zu gewährleisten. 

In ganz Europa finden heute Kundgebungen zu diesem Thema statt.

AktivistInnen haben heute ein 15m x 3m grosses Transparent unterhalb der Kornhausbrücke auf der Aare mit dem Slogan #safepassagenow befestigt. Unter  diesem Motto versammeln sich heute europaweit AktivistInnen und BürgerInnen, um gegen das Grenzregime der europäischen Staatengemeinschaft zu protestieren. Kundgebungen in über 100 Städten sind laut dem Netzwerk „Open Borders Caravane“ für heute geplant.

Sie stellen gemeinsam fünf zentrale Forderungen:

Sichere Reisewege sowohl aus den Kriegsgebieten als auch innerhalb Europas, eine Aufhebung der Segregation von schutzsuchenden Menschen, ein Ende der Beschlagnahmung von Hab und Gut, sowie das Beenden der Grenzschliessungen. Open Eyes Balkanroute unterstützt diese Forderungen und begrüsst die länderübergreifenden Kundgebungen.

Alleine in diesem Jahr sind bereits mindestens 321 Menschen auf der gefährlichen Überfahrt auf dem Ägäischen Meer ertrunken. Verschiedenen Medienberichten zufolge stellt dies den „tödlichsten Januar“ überhaupt dar. Noch nie sind mehr Menschen in diesem Zeitraum zwischen der Türkei und Griechenland ums Leben gekommen. Im Jahr 2015 starben laut IOM insgesamt über 3770 Personen auf dem Weg nach Europa.

„Das Sterben muss endlich ein Ende haben!“

Eine der AktivistInnen stellt diese Zahl in Relation zu der ehemaligen innerdeutschen Grenze. „Das Grenzregime der DDR wird zu Recht scharf kritisiert. Doch was die Berliner Mauer in knapp 30 Jahren an Todesopfern produziert hat, geschieht an den EU-Aussengrenzen fast wöchentlich. Das Sterben muss endlich ein Ende haben. Wir fordern sichere Einreisemöglichkeiten für alle!“