Spital Fafin, Al Shaba Provinz, Rojava – SYR

In Fafin (Fafeen) rund 20 km nördlich von Aleppo bauen ein Teil der Ärzt*innen vom Spital Afrin, welches im März 2018 von der türkischen Luftwaffe komplett zerstört wurde, ein neues ziviles Krankenhauses.

Die ÄrztInnen des ehemaligen Krankenhauses in Afrin konnten einige Dinge retten und auf der Flucht nach Shehba mitbringen. Aber auch für dieses Projekt mangelt es an Medizin und wichtigen Geräten wie einer Laborausstattung.

Die Vertreterin des Komitees für Gesundheit berichtete, dass die gesundheitliche Gefahren vor allem außerhalb der Flüchtlingscamps durch verunreinigtes Wasser und durch Minen bestehen.

Es fehlen Medikamente und medizinische Geräte. Dies macht eine Diagnostik schwierig. Die Versorgung von chronisch Kranken und Schwerkranke ist kaum möglich. Transporte nach Damaskus und Aleppo werden vom syrischen Regime nicht zugelassen, Passier-erlaubnis wird nicht erteilt oder nur gegen hohe Geldsummen. Wenn die Patienten dennoch in Aleppo ankommen, wurde dort bereits mehrfach die Behandlung verweigert und die Verletzten oder Kranken werden wieder zurück geschickt. In den Camps gibt es viele Menschen mit Behinderungen oder Minenverletzte ohne jede Behandlungsmöglichkeit.

In die Region um Fafin, der Al Shaba Provinz, ist ein Grossteil der Menschen aus Afrin geflüchtet. Schätzungen gehen von rund 200’000 Menschen aus.

Aktuell (30.07.2018) arbeiten 14 Ärzt*innen, 22 Assistent*innen und 15 Pfleger*innen am Spital. Täglich werden rund 500 Patient*innen behandelt. OpenEyes unterstützt den Aufbau des Spitals finanziell. SFr. 10’000 .- konnten anfangs Juli 2018 transferiert werden.


Unterstützt die medizinischen Einrichtungen in Rojava – Spenden an:

Open Eyes Balkanroute
PC: 61-499563-0
IBAN: CH02 0900 0000 6149 9563 0

 

 

Solidarität mit Afrin!


 

Klassik im Dachstock – „Barock Edition“ – Soli für Open Eyes

So. 10. Jun. 2018, 19h

Dachstock Reitschule, Neubrückstrasse 8, Bern ::: Tickets ab 25.- (Petzi)

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Sarah Widmer, Mezzosopran
Lisa Läng, Sopran
Laura Schiemann, Sopran
Ruben Monteiro, Bariton
Lee Stalder, Cembalo

Orchester Campo fiorente
Vokalensemble Suppléments musicaux
Moritz Achermann, Leitung

Rund sechzig KünstlerInnen werden den Dachstock in ein Opernhaus verwandeln. Und das Ganze für einen guten und wichtigen Zweck: Der gesamte Erlös fliesst an OPENEYES und die von ihnen unterstütze Projekte für Geflüchtete um Afrin, Rojava.

Wer auch ohne Konzert für die Projekte spenden möchte, vermerke bitte bei der Einzahlung „Afrin“ auf PC: 61-499563-0 // IBAN: CH02 0900 0000 6149 9563 0

Krieg in Afrin

Afrin (kurd. Efrîn) liegt in der syrischen Provinz Aleppo im Bezirk Afrin, rund 65 Kilometer nordwestlich von Aleppo. Im Verlauf des Bürgerkriegs gab die syrische Regierung die Kontrolle über die Regionen an der Nordgrenze auf; vielerorts wurde sie daraufhin von lokalen kurdischen Kräften übernommen. 2013 beschloss die «Partei der Demokratischen Union» (PYD) gemeinsam mit weiteren Kleinparteien im Norden Syriens eine Übergangsverwaltung aufzustellen. 2016 wurde die Demokratische Föderation Nordsyriens (Rojava) ausgerufen.

Afrin ist einer von drei Kantonen der Demokratischen Föderation Nordsyriens (Rojava). Die Föderation steht für eine selbstverwaltete, demokratische Gesellschaft, die auf den Prinzipien eines religiösen und politischen Pluralismus und der Geschlechtergerechtigkeit beruht. Diese beeindruckende und im Nahen Osten dringend notwendige Demokratiebewegung ist in ihrer Existenz bedroht. Da der Kanton Afrin bis 2017 von kriegerischen Auseinandersetzung grösstenteils verschont geblieben ist sowie aufgrund der Nähe zur Metropole Aleppo, hatten sich zahlreiche Binnenflüchtlinge verschiedener Ethnien und Religionen in und um Afrin niedergelassen. Im Frühling 2017 waren in Afrin rund 300’000 Flüchtlinge registriert, dies bei einer Gesamtbevölkerung von nicht einmal einer halben Million.

Am 20. Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Bereits am ersten Tag waren 72 türkische Kampfjets und zahlreiche schwere Waffen des Nato-Lands an den Angriffen beteiligt. Zu den Bodentruppen der türkischen Armee gehören nicht nur die türkischen Soldaten – teils in deutschen Panzern –, sondern auch die mit ihr verbündeten islamistischen syrischen Milizen (u.a. ehemalige Al-Qaida- und IS-Kämpfer). Der Angriff richtet sich gemäss türkischer Regierung gegen die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG beziehungsweise YPJ), unter deren Schutz die mehrheitlich von Kurdinnen und Kurden bewohnte Region bislang vom Krieg verschont geblieben ist. Die YPG, die das Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) anführt, ist zudem die bisher vom Westen unterstützte und führende Kraft im Kampf gegen den IS.

Ohne Erlaubnis der Grossmächte wären die Angriffe nicht möglich gewesen. Am ersten Tag der türkischen Angriffe auf Afrin hatten sich russische Militärbeobachter aus der Region zurückgezogen, um «Leben und Gesundheit der russischen Soldaten keinem Risiko auszusetzen», wie das russische Verteidigungsministerium verlauten liess. Moskau wolle Afrin so zur Unterordnung unter das Regime in Damaskus zwingen, hiess es dagegen aus YPG-Kreisen.

Aus dem Nato-Kommando kam bislang kein Stopp-Signal, kein Einspruch, nicht einmal Kritik an den Einsätzen – nur Schweigen. Es wird immense Rücksicht auf das Nato-Mitgliedsland Türkei genommen. Auch aus der EU und der Schweiz ist nur wenig Kritik an der Invasion des Nato-Bündnispartners in Afrin zu hören. Zu gross ist offenbar die Angst, den türkischen Herrscher zu verärgern. Erdogan droht seit langem und offensichtlich erfolgreich damit, die Grenzen für syrische und afghanische Kriegsflüchtlinge in Richtung Europa zu öffnen. Die Invasion der Türkei ist eine eindeutige Verletzung staatlicher Souveränität und darf somit von der Internationalen Staatengemeinschaft nicht schweigend hingenommen werden.

Nach wochenlanger Bombardierung hat die türkische Armee in Zusammenarbeit mit islamistischen Milizen grosse Gebiete im Kanton Afrin besetzt. Zahlreiche zivile Einrichtungen wie z.B. das Spital in Afrin wurden zerstört. In Syrien und besonders in Rojava löst der Angriff der Türkei und der verbündeten Islamisten Angst vor einem weiteren Völkermord wie desjenigen an den Jesid*innen aus. Gegen 300’000 Menschen sind aus Angst vor den Bombardierungen und vor einer ethnischen Säuberung geflohen und sind nun von der Umwelt abgeschnitten. Die geflüchteten Menschen aus Afrin stehen vor einer humanitären Katastrophe. Wo sie früher gelebt haben, überführt die Türkei nun syrische Flüchtlinge aus der Türkei zurück nach Syrien.

Spendenaufruf – Unterstützt die medizinischen Einrichtungen in und um Afrin

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Afrin (kurd. Efrîn) liegt in der Provinz Aleppo im Bezirk Afrin, circa 65 Kilometer nordwestlich von Aleppo. Im Verlauf des Bürgerkriegs gab die syrische Regierung die Kontrolle über die Regionen an der Nordgrenze auf. Lokale kurdische Kräfte übernahmen vielerorts die Kontrolle. 2013 beschloss die „Partei der Demokratischen Union“ (PYD) gemeinsam mit weiteren Kleinparteien im Norden Syriens eine Übergangsverwaltung aufzustellen. 2016 wurde in der Folge die Demokratische Föderation Nordsyriens (Rojava) ausgerufen.

Da der Bezirk bis 2017 von kriegerischen Auseinandersetzung grösstenteils verschont blieb, sowie aufgrund der Nähe zu der Metropole Aleppo, haben sich zahlreiche Binnenflüchtlinge in und um Afrin niedergelassen. Im Frühling 2017 waren in Afrin 300’000 Flüchtlinge registriert, dies bei einer Gesamtbevölkerung von nicht einmal einer halben Million. Im Norden hat die Türkei die Grenze seit längerer Zeit geschlossen, von Süden her kam es immer wieder zu Angriffen durch islamistische Gruppierungen wie der Al-Nusra-Front (Fatah asch-Scham). Die Region war bereits 2013 nur noch sehr schwer zugänglich.

Aktuelle Situation in Afrin

Mitte Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Allein am ersten Tag waren 72 türkische Kampfjets an den Angriffen beteiligt. Zu den Bodentruppen der türkischen Armee gehören nicht nur die mit ihr verbündeten islamistischen syrischen Milizen (u.a. ehemalige Al-Qaida und IS Kämpfer), sondern auch türkische Soldaten, beispielsweise in deutschen Panzern sitzend. Der Angriff richte sich gemäss türkischer Regierung gegen die Volks- und Frauenverteidigungseinheiten (YPG bzw. YPJ), unter deren Schutz die mehrheitlich von Kurden bewohnte Region bislang vom Krieg verschont blieb. Die YPG, die das Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) anführte, war die bisher vom Westen unterstützte und führende Kraft im Kampf gegen den IS.

Der Sprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, erklärte, der Einsatz ginge weiter «bis die Region von der separatistischen Terrororganisation vollständig gesäubert wird.» Ziel sei zudem, dass die rund 3,5 Millionen syrischen Flüchtlinge in der Türkei in ihr Heimatland zurückkehren könnten.

Ohne Erlaubnis der Großmächte wäre ein solcher Angriff nicht möglich. Am ersten Tag der Angriffe hatten sich russische Militärbeobachter aus der Region zurückgezogen, um »Leben und Gesundheit der russischen Soldaten keinem Risiko auszusetzen«, wie das russische Verteidigungsministerium verlauten ließ. Moskau wolle Afrin so zur Unterordnung unter das Regime in Damaskus zwingen, heißt es dagegen aus YPG-Kreisen. Aus dem Nato-Kommando kam bislang kein unmissverständliches Stopp-Signal, kein Einspruch, nicht einmal Kritik, nur Schweigen. Man nimmt unglaublich große Rücksicht auf das Nato-Mitgliedsland Türkei.

Projekte in Afrin

Die Angriffe in den ersten Tagen haben zahlreiche zivile Ziele getroffen. So wurde u.a. die Staumauer bei Meydankê und Krankenwagen des Kurdischen Roten Halbmonds bei Cindirêsê angegriffen. Sowohl in Meydankê als auch in Cindirêsê sind seit 2016/ 2017 von SyriAid finanzierte Gesundheitszentren in Betrieb. Auch das Flüchtlingslager Robar, 10 Kilometer südöstlich von Afrin wurde getroffen, wohin 2017 zwei LKW’s mit Hilfsgüter von unseren Sammelaktionen / Sachspenden geliefert wurden.

Der im Januar 2018 durchgeführt Transport der „mobilen Krankenstation für Afrin“ (Gammler) und dessen Inbetriebnahme musste wenige Tage vor den Angriffen kurz vor der syrischen Grenze gestoppt werden.

Da es zahlreiche zivile Opfer zu beklagen gibt, ist das bereits vor den Angriffen am Limit funktionierende Gesundheitssystem massiv überlastet. Das einzige Spital in Afrin, welches wir seit 2013 unterstützen, kann nur noch die allerschlimmsten Verletzten behandeln. Medikamente kommen wegen den geschlossen Grenzen zur Türkei nur schwer und über teuer Umwege nach Afrin. Der einzige nicht von türkischen Verbündeten kontrollierte Zugang zur Region führt über Aleppo. Dieser wird zurzeit aber von Assad- Verbündeten überwacht und mehrheitlich blockiert. Somit gibt es für die Bevölkerung von Afrin und hunderttausende Binnenflüchtlinge keine Möglichkeit den Angriffen zu entkommen. Leider muss davon ausgegangen werden, dass die Angriffe auf Afrin über längere Zeit anhalten und weitere Opfer zu befürchten sind.


Unterstützt die medizinischen Einrichtungen in und um Afrin – Spenden mit dem Vermerk „Afrin“ an:

Open Eyes Balkanroute
PC: 61-499563-0
IBAN: CH02 0900 0000 6149 9563 0

Transport – Mobile Krankenstation für Afrin (SYR)

photo_2018-01-28_11-55-41Der im Januar 2018 durchgeführt Transport der „mobilen Krankenstation für Afrin“ und dessen Inbetriebnahme musste wenige Tage vor den türkischen Angriffen auf Afrin kurz vor der syrischen Grenze gestoppt werden. Mitte Januar 2018 hat die Türkei den lange befürchteten Angriff auf die rund 2000 km² grosse Region Afrin gestartet. Allein am ersten Tag waren 72 türkische Kampfjets an den Angriffen beteiligt.

Da ein erneuter Transfer nach Afrin zur Zeit nicht realistisch ist, werden die bisher gesammelten Spenden für die medizinische Nothilfe in und um Afrin eingesetzt.